Die Grunderwerbsteuer gehört zu den grössten Kostenpositionen beim Immobilienkauf. In der DACH-Region unterscheiden sich Sätze und Ausnahmen erheblich – wer gut plant, kann tausende Euro sparen.

Deutschland: 3,5 % bis 6,5 % je nach Bundesland

In Deutschland wird die Grunderwerbsteuer von den Bundesländern festgelegt. Seit der Föderalisierungsreform 2006 gibt es erhebliche Unterschiede:

Bundesland Satz 2026
Bayern, Sachsen3,5 %
Hamburg4,5 %
Baden-Württemberg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz5,0 %
Berlin, Hessen, Sachsen-Anhalt6,0 %
Brandenburg, NRW, Saarland, Schleswig-Holstein, Thüringen6,5 %

Auf einen Kaufpreis von 500.000 € bedeutet das: Bayern zahlt 17.500 €, Brandenburg 32.500 €. Dieser Unterschied kann bei der Standortwahl erheblich sein.

Ausnahmen und Gestaltung in Deutschland

  • Kauf zwischen Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartnern: steuerbefreit
  • Kauf in gerader Linie (Eltern↔Kinder): steuerbefreit
  • Share Deals (Anteilskäufe): komplexe Regelungen ab 90 % Anteilsübergang

Österreich: 3,5 % Grunderwerbsteuer

In Österreich gilt ein einheitlicher Satz von 3,5 % des Kaufpreises (Gegenleistung). Hinzu kommt die Eintragungsgebühr im Grundbuch von 1,1 %. Bei Familienübertragungen gilt ein ermässigter Stufentarif nach Grundstückswert.

Schweiz: Handänderungssteuer statt Grunderwerbsteuer

Die Schweiz kennt keine bundesweite Grunderwerbsteuer. Stattdessen erheben die Kantone eine Handänderungssteuer (auch Grundstückgewinnsteuer ist separat davon):

  • Zürich, Bern, Zug: keine Handänderungssteuer
  • Wallis: 1 %
  • Fribourg: 3 %
  • Genf: 3 % + Kantons-Zulage = bis 3,3 %
  • Waadt: 2,2 %

Zusätzlich kann eine Grundstückgewinnsteuer auf Gewinne aus dem Verkauf anfallen – bei der Schweiz progressiv und haltedauerabhängig. Je länger die Haltedauer, desto geringer der Steuersatz.

Gesamtbelastung Nebenkosten im Überblick

Wenn Sie alle Kaufnebenkosten zusammenzählen (Grunderwerbsteuer, Notargebühren, Maklerprovision), ergeben sich:

  • Deutschland: 7–15 % des Kaufpreises
  • Österreich: 6–8 %
  • Schweiz: 1–5 % (je nach Kanton)

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